Marken

Siemens Hörgeräte: Was heute aus der Marke geworden ist

Siemens war jahrzehntelang einer der großen Namen bei Hörgeräten. Heute gibt es diese Geräte unter einem anderen Namen. Hier liest du, wie aus Siemens-Hörgeräten die Marke Signia wurde, was das für dein altes Gerät bedeutet, wann sich ein neues lohnt und wie du es absicherst.

Die kurze Antwort

Gibt es noch Siemens-Hörgeräte?

Als Neugerät: nein. Siemens hat sein Hörgerätegeschäft vor einigen Jahren abgegeben. Die aktuellen Geräte tragen heute den Markennamen Signia und gehören zum Konzern WS Audiology. Wenn du also nach „Siemens-Hörgeräten" suchst, landest du bei den Nachfolgern von Signia.

Wichtig: Dein vorhandenes Siemens-Gerät verliert dadurch nicht seine Funktion. Es arbeitet weiter wie gewohnt, und auch Service und Reparatur laufen in vielen Fällen über die heutige Marke. Neu kaufen lässt sich ein Hörgerät mit Siemens-Logo aber nicht mehr.

Kurz gesagt: Siemens-Hörgeräte heißen heute Signia. Altgeräte laufen weiter, neue Geräte gibt es nur noch unter dem neuen Namen.
Geschichte

Von Siemens über Sivantos zu Signia

01

Siemens

Über viele Jahrzehnte war Siemens ein großer Hörgerätehersteller mit Geräten in allen gängigen Bauformen, von vielen Trägerinnen und Trägern bis heute im Ohr.

02

Sivantos

Siemens löste die Hörgerätesparte aus dem Konzern heraus. Sie wurde als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Sivantos weitergeführt, die Entwicklung lief unverändert weiter.

03

Signia · WS Audiology

Aus diesem Geschäft ging die Marke Signia hervor, die heute zum Konzern WS Audiology gehört. Unter diesem Namen erscheinen die aktuellen Nachfolger der früheren Siemens-Geräte.

Hinter dem Markenwechsel steckt also keine Einstellung der Produktion, sondern eine Umstrukturierung. Das ist der Grund, warum du im Geschäft kein Siemens-Hörgerät mehr findest, die Geräte selbst aber nahtlos weiterentwickelt wurden. Die aktuelle Marke stellen wir dir auf der Seite zu Signia-Hörgeräten im Detail vor.

Bestandsgeräte

Was das für dein altes Siemens-Gerät bedeutet

Trägst du noch ein Siemens-Hörgerät, musst du dir keine Sorgen machen: Es bleibt voll nutzbar. Worauf du achten solltest, fasst diese Übersicht zusammen.

  • Funktion bleibt Vorhandene Siemens-Hörgeräte arbeiten unverändert weiter, der Markenwechsel ändert daran nichts.
  • Service über den Akustiker Dein Akustiker ist die erste Anlaufstelle für Einstellung, Reinigung und Reparatur, solange Service und Teile verfügbar sind.
  • Ersatzteile und Reparatur Filter, Schläuche und Ohrpassstücke gibt es meist weiter, bei sehr alten Modellen kann die Teileversorgung aber knapper werden.
  • Nachkauf führt zu Signia Brauchst du ein zweites oder neues Gerät derselben Linie, findest du die Nachfolger heute unter dem Namen Signia.
  • Keine Markenbindung Bei einem Neukauf bist du frei und kannst jeden Hersteller wählen, nicht nur die Nachfolgemarke.
Wechsel

Lohnt sich ein neues Gerät?

Ob sich der Schritt vom alten Siemens-Gerät zu einem neuen lohnt, hängt vor allem vom Alter und Zustand ab. Zwei Faustregeln helfen bei der Einschätzung:

  • Versorgungszyklus: Liegt der Kauf rund sechs Jahre oder länger zurück, hast du in der Regel wieder Anspruch auf den Kassen-Festbetrag für ein neues Gerät.
  • Zustand und Technik: Häufen sich Ausfälle, werden Ersatzteile knapp oder kommst du mit der älteren Technik im Alltag nicht mehr gut zurecht, spricht das für einen Wechsel.

Ein neues Gerät bringt oft moderne Funktionen mit, etwa Akku statt Batterie oder Bluetooth für Streaming und Telefonie. Welche Bauform zu dir passt, liest du im Überblick der Hörgeräte-Arten. Diese Seite ist eine herstellerunabhängige Einordnung und ersetzt keine Beratung beim Akustiker.

Kosten

Was ein Nachfolgegerät kostet und was die Kasse zahlt

1.500–3.500 €typische Spanne pro Ohr je nach Geräteklasse
~685 €Festbetrag der Kasse pro Ohr
~6 JahreVersorgungszyklus bis zum nächsten Zuschuss

Wie bei jedem Hersteller reicht die Spanne vom zuzahlungsfreien Kassengerät bis zum Premium-Modell mit mehreren Tausend Euro. Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich mit dem Festbetrag, die Differenz trägst du als Eigenanteil. Den vollständigen Überblick liest du im Ratgeber zu den Hörgeräte-Kosten.

Absichern

Egal welcher Hersteller: Gerät schützen

Ob altes Siemens-Gerät oder neues Signia-Modell: Je höherwertig dein Hörgerät, desto höher dein Eigenanteil und dein Risiko bei Verlust oder Defekt. Geht das Gerät unterwegs verloren oder fällt ins Wasser, springt die Kasse nicht ein, und einen neuen Festbetrag gibt es erst nach Ablauf des Versorgungszyklus. Was im Verlustfall konkret zu tun ist, liest du im Ratgeber Hörgerät verloren.

Eine Hörgeräteversicherung schützt genau diesen Eigenanteil ab etwa 3 EUR im Monat, herstellerunabhängig, gegen Verlust, Diebstahl, Sturz- und Feuchteschäden. Sinnvoll ist sie vor allem für ein neueres, teures Gerät, da viele Tarife ein Höchstalter ab Kaufdatum voraussetzen.

Neues Gerät gekauft? Eigenanteil absichern. Tarife vergleichen →
Begriffe

Von Siemens bis Signia: kurz erklärt

Siemens (Hörgeräte)
Bis zur Ausgliederung der Sparte ein großer Hörgerätehersteller. Neue Geräte tragen den Namen heute nicht mehr.
Sivantos
Das eigenständige Unternehmen, das nach der Abspaltung von Siemens das Hörgerätegeschäft weiterführte.
Signia
Die heutige Hörgerätemarke, unter der die Nachfolger der Siemens-Geräte laufen.
WS Audiology
Der Konzern, zu dem die Marke Signia heute gehört.
Festbetrag
Pauschaler Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse zur Anschaffung, aktuell rund 685 EUR pro Ohr.
FAQ

Häufige Fragen zu Siemens-Hörgeräten

Gibt es noch Siemens-Hörgeräte?

Nicht mehr unter diesem Namen. Siemens hat sein Hörgerätegeschäft abgegeben, es wurde zunächst als Sivantos ausgegliedert und firmiert heute unter der Marke Signia, die zu WS Audiology gehört. Neue Hörgeräte gibt es also nicht mehr mit Siemens-Logo. Wer Siemens-Hörgeräte sucht, findet die aktuellen Geräte unter dem Namen Signia.

Warum heißen Siemens-Hörgeräte heute Signia?

Siemens hat die Hörgerätesparte vor einigen Jahren aus dem Konzern herausgelöst. Daraus entstand das eigenständige Unternehmen Sivantos, das die Geräte unter der neuen Marke Signia weiterführte. Später entstand durch Zusammenschluss der Konzern WS Audiology. Die Technik und Entwicklung laufen weiter, nur der Markenname hat sich geändert.

Funktioniert mein altes Siemens-Hörgerät noch?

Ja, vorhandene Siemens-Geräte funktionieren weiter und werden vom Akustiker auch weiter betreut, solange Ersatzteile und Service verfügbar sind. Mit der Zeit wird die Versorgung mit Originalteilen für ältere Modelle aber dünner. Für ein neues Gerät schaust du dir am besten die aktuellen Signia-Modelle an.

Bekomme ich für mein Siemens-Gerät noch Ersatzteile und Reparaturen?

In vielen Fällen ja. Dein Akustiker ist die erste Anlaufstelle für Reparatur, Filter, Schläuche und Ohrpassstücke. Da Signia die Nachfolge von Siemens ist, läuft der Service für viele Modelle über die heutige Marke. Bei sehr alten Geräten kann es allerdings sein, dass bestimmte Ersatzteile nicht mehr lieferbar sind.

Sollte ich von meinem Siemens-Gerät auf ein neues wechseln?

Das hängt vom Alter und Zustand ab. Liegt der Kauf mehr als rund sechs Jahre zurück, hast du in der Regel wieder Anspruch auf den Kassen-Festbetrag für ein neues Gerät. Auch wenn dein altes Gerät häufig ausfällt oder Ersatzteile knapp werden, kann ein Wechsel sinnvoll sein. Verglichen werden die aktuellen Geräte aller Hersteller, nicht nur die Nachfolgemarke.

Zahlt die Krankenkasse ein Nachfolgegerät?

Ja. Bei einer Hörminderung beteiligt sich die gesetzliche Kasse mit dem Festbetrag, unabhängig vom Hersteller. Auch bei Signia gibt es zuzahlungsfreie Kassengeräte. Für höherwertige Modelle zahlst du die Differenz als Eigenanteil.

Bin ich an die Nachfolgemarke Signia gebunden?

Nein. Auch wenn dein altes Gerät von Siemens stammt, bist du bei einem neuen Hörgerät frei in der Wahl. Phonak, Oticon, Widex, Signia und andere bauen gute Geräte in jeder Preisklasse. Entscheidend ist weniger die Marke als die saubere Anpassung beim Akustiker.

Kann ich mein altes Siemens-Gerät noch versichern?

Das hängt vom Tarif ab. Viele Hörgeräteversicherungen setzen ein Höchstalter ab Kaufdatum voraus, oft 12 bis 24 Monate, teils länger. Ein älteres Siemens-Gerät fällt damit häufig aus dem versicherbaren Rahmen. Sinnvoll ist die Versicherung vor allem für ein neues, höherwertiges Gerät mit spürbarem Eigenanteil.

Lohnt sich eine Versicherung für mein Hörgerät?

Bei höherwertigen Modellen oft ja. Premium-Geräte kosten schnell mehrere Tausend Euro, und diesen Eigenanteil trägst du bei Verlust oder Defekt selbst. Eine Hörgeräteversicherung deckt das ab etwa 3 EUR im Monat ab, herstellerunabhängig.