Marken

Geers Hörgeräte: Akustiker-Kette, kein Hersteller

Geers ist eine der traditionsreichsten Hörakustik-Ketten Deutschlands, ein Fachhandels- und Handwerksbetrieb, kein Gerätehersteller. Hier liest du, was das für deine Versorgung bedeutet, welche Geräte du bekommst, was die Kasse zahlt und wie du dein Hörgerät absicherst.

Einordnung

Baut Geers eigene Hörgeräte?

Kurze Antwort: nein. Geers ist eine Hörakustik-Fachhandelskette und stellt selbst keine Hörgeräte her. Die eigentliche Gerätetechnik kommt von den großen Herstellern, etwa Phonak, Oticon, Signia oder Widex. Geers ist der Betrieb davor und dahinter: das Fachgeschäft, in dem ein Hörakustiker dein Gehör vermisst, das passende Gerät auswählt, es individuell einstellt und dich über die Tragezeit betreut.

Diese Unterscheidung lohnt sich, weil sie deine Entscheidung sortiert. Die Marke auf dem Gerät sagt etwas über die Technik. Der Akustiker entscheidet, wie gut diese Technik bei dir ankommt, denn dasselbe Gerät klingt je nach Anpassung sehr unterschiedlich. Geers ist dieser zweite, oft unterschätzte Teil der Versorgung.

Kurz gesagt: Der Hersteller baut das Gerät, der Akustiker macht es zu deinem. Geers ist Akustiker und Fachhändler, nicht Produzent.
Wer dahintersteht

Eine deutsche Hörakustik-Tradition mit dichtem Filialnetz

Geers gehört zu den etablierten Namen der deutschen Hörakustik und ist mit Fachgeschäften bundesweit vertreten. Anders als eine Optikkette, die zusätzlich Hörakustik anbietet, ist Geers im Kern ein Hörakustik-Betrieb, handwerklich geprägt, mit Meisterausbildung und Lehrlingstradition. Heute ist die Marke Teil einer größeren, international tätigen Hörakustik-Gruppe, im Geschäft vor Ort bleibt es aber bei der vertrauten Kombination aus wohnortnahem Laden und persönlichem Ansprechpartner.

Praktisch heißt das: kurze Wege für Hörtest, Anpassung und spätere Nachjustierung. Gerade bei Hörgeräten ist diese Nähe wertvoll, weil ein Gerät selten beim ersten Termin perfekt sitzt. Reinigung, Feinabstimmung und kleine Reparaturen laufen über dieselbe Filiale, in der du angefangen hast.

Ablauf

Wie die Versorgung bei einem Akustiker abläuft

01

Verordnung & Hörtest

Mit der HNO-Verordnung geht es ins Fachgeschäft. Dort wird dein Gehör vermessen und dein Hörbedarf im Alltag besprochen.

02

Auswahl & Probetragen

Du bekommst Geräte verschiedener Hersteller und Preisklassen vorgeschlagen und testest sie über Tage im echten Alltag.

03

Anpassung & Nachsorge

Der Akustiker stellt das Gerät fein ein, fertigt das Ohrpassstück an und justiert in Folgeterminen nach.

Welche Bauform für dich infrage kommt, vom kleinen Im-Ohr-Gerät bis zum Hinter-dem-Ohr-Modell, liest du im Überblick der Hörgeräte-Arten.

Auswahl

Mehrmarken statt Eigenmarke

Weil Geers selbst nicht produziert, ist die Kette nicht an ein einziges Geräte-Portfolio gebunden. Als Mehrmarken-Akustiker kann ein Fachgeschäft Geräte mehrerer Hersteller anbieten und das Modell danach auswählen, was zu deinem Hörprofil, deinem Ohr und deinem Alltag passt, statt das eigene Produkt verkaufen zu müssen.

Für dich ist das ein Vorteil, solange die Auswahl offen bleibt. Frage konkret nach, welche Marken und welche Preisklassen zur Auswahl stehen, und lass dir mindestens ein zuzahlungsfreies Kassengerät zum Vergleich anbieten. Welche Hersteller es gibt und wie sie sich unterscheiden, findest du im Überblick der Hörgeräte-Marken.

Kosten

Kassengerät oder Zuzahlung: was es kostet

Der Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse gilt überall gleich, unabhängig davon, bei welchem Akustiker du dein Gerät anpassen lässt. Bei einem zuzahlungsfreien Kassengerät bleibt nur die gesetzliche Zuzahlung, bei höherwertigen Geräten zahlst du die Differenz zum Festbetrag selbst.

~685 €Kassen-Festbetrag pro Ohr
0 €Eigenanteil beim Kassengerät (nur Zuzahlung)
1.500–3.500 €höherwertige Geräte pro Ohr

Wichtig: Ein teureres Gerät ist nicht automatisch das bessere für dich. Den vollständigen Überblick über Preise, Kassenzuschuss und Eigenanteil liest du im Ratgeber zu den Hörgeräte-Kosten.

Vor dem Vertrag

Worauf du bei Beratung und Vertrag achten solltest

  • Kassengerät immer testen Lass dir mindestens ein zuzahlungsfreies Festbetragsgerät zum Probetragen anbieten und vergleiche es ehrlich mit dem höherwertigen Modell.
  • Eigenanteil schriftlich Lass dir den genauen Aufpreis pro Ohr aufschlüsseln, nicht nur die Monatsrate einer eventuellen Finanzierung.
  • Nachsorge klären Wie viele Anpasstermine, welche Reinigung und welche Garantie sind enthalten und über welchen Zeitraum?
  • Test- und Rückgaberecht In der Anpassphase kannst du Geräte testen und wechseln. Lass dir festhalten, bis wann eine Rückgabe möglich ist.
  • Anbieter frei wählbar Du bist an kein Geschäft gebunden und darfst dir eine zweite Meinung bei einem anderen Akustiker einholen.
Perspektive

Marke ist nicht alles, die Anpassung entscheidet

Ob auf deinem Gerät Phonak, Oticon oder Signia steht, ist weniger ausschlaggebend, als viele denken. Über deinen Höreindruck entscheidet vor allem, wie sorgfältig das Gerät auf dein Gehör eingestellt wird und wie gut die Nachbetreuung läuft. Genau das ist die Aufgabe des Akustikers, nicht des Herstellers.

Deshalb ist die Frage „welche Marke?" oft die zweitwichtigste. Wichtiger ist: Nimmt sich der Betrieb Zeit, lässt er dich verschiedene Geräte im Alltag testen und justiert er geduldig nach? Das leisten große Ketten wie Geers ebenso wie inhabergeführte Hörakustiker. Dieser Artikel ist eine neutrale Einordnung, keine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter, und ersetzt keine ärztliche oder fachakustische Beratung.

Absichern

Gerät angepasst? Dann auch schützen

Je höherwertig dein Hörgerät, desto höher dein Eigenanteil und dein Risiko bei Verlust oder Defekt. Die Krankenkasse ersetzt ein verlorenes oder zerstörtes Gerät nicht, sie zahlt den Festbetrag erst nach Ablauf des Versorgungszyklus von rund sechs Jahren erneut. Eine Hörgeräteversicherung schließt genau diese Lücke ab etwa 3 EUR im Monat, gegen Verlust, Diebstahl, Sturz- und Feuchteschäden, unabhängig davon, bei welchem Akustiker du gekauft hast.

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FAQ

Häufige Fragen zu Hörgeräten bei Geers

Baut Geers eigene Hörgeräte?

Nein. Geers ist kein Hersteller, sondern eine deutsche Hörakustik-Fachhandelskette. Geers betreibt Fachgeschäfte, in denen Hörakustiker beraten, anpassen und nachbetreuen. Die Geräte selbst kommen von den großen Herstellern wie Phonak, Oticon, Signia oder Widex. Geers wählt aus, stellt ein und kümmert sich um die Versorgung über die Tragezeit.

Was unterscheidet einen Akustiker wie Geers von einem Hersteller?

Der Hersteller entwickelt und produziert die Technik im Gerät. Der Hörakustiker ist der Handwerks- und Fachhandelsbetrieb, der das passende Gerät auswählt, individuell auf dein Gehör einstellt, das Ohrpassstück anfertigt und dich danach betreut. Geers ist dieser zweite Teil: die Auswahl, die Anpassung und die Nachsorge vor Ort.

Bekomme ich bei Geers Geräte verschiedener Marken?

In der Regel ja. Als Mehrmarken-Akustiker arbeitet Geers mit Geräten unterschiedlicher Hersteller in allen Preisklassen, vom zuzahlungsfreien Kassengerät bis zum Premium-Modell. Welche Marken in deinem Geschäft verfügbar sind, hängt vom Standort und vor allem von deinem Hörprofil ab.

Ist Geers eine deutsche Firma?

Geers ist als deutsche Hörakustik-Marke traditionsreich und mit Fachgeschäften bundesweit vertreten. Heute gehört die Kette zu einer größeren, international tätigen Hörakustik-Gruppe. Für dich als Kundin oder Kunde bleibt der Betrieb in der Praxis ein wohnortnahes Fachgeschäft mit eigenem Hörakustiker.

Zahlt die Krankenkasse, wenn ich zu Geers gehe?

Ja. Der Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse gilt unabhängig vom Anbieter. Bei einem zuzahlungsfreien Kassengerät zahlst du nur die gesetzliche Zuzahlung, bei höherwertigen Geräten kommt ein Eigenanteil dazu. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung vom HNO-Arzt.

Was kostet ein höherwertiges Hörgerät über dem Kassenniveau?

Das hängt vom Modell ab. Der Festbetrag der Kasse liegt aktuell bei rund 685 EUR pro Ohr. Höherwertige Geräte mit mehr Komfort, Automatik und Konnektivität bewegen sich häufig zwischen 1.500 und 3.500 EUR pro Ohr. Die Differenz zum Festbetrag ist dein Eigenanteil. Konkrete Preise nennt dir das Fachgeschäft.

Worauf sollte ich bei Beratung und Vertrag achten?

Lass dir immer auch ein zuzahlungsfreies Kassengerät zum Probetragen anbieten, vergleiche es ehrlich mit dem höherwertigen Modell und kläre Eigenanteil, Garantie, Nachsorge und Rückgabe schriftlich. Du bist nicht an ein bestimmtes Geschäft gebunden und kannst Geräte in der Anpassphase testen, bevor du dich entscheidest.

Lohnt sich eine Versicherung für mein Hörgerät von Geers?

Bei höherwertigen Geräten oft ja. Sie kosten schnell mehrere Tausend Euro, und diesen Eigenanteil trägst du bei Verlust oder Defekt selbst. Eine Hörgeräteversicherung deckt das ab etwa 3 EUR im Monat ab, gegen Verlust, Diebstahl, Sturz- und Feuchteschäden, unabhängig davon, bei welchem Akustiker du gekauft hast.

Ersetzt dieser Artikel die Beratung im Fachgeschäft?

Nein. Dies ist eine neutrale, herstellerunabhängige Einordnung und keine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter. Welches Gerät zu deinem Gehör passt, klärt eine sorgfältige Anpassung beim Hörakustiker, ergänzt um die ärztliche Diagnose beim HNO-Arzt.